Katastrophenalarm

Heute wäre mir mal wieder fast das Herz stehen geblieben 8-O Da ich in meiner Vergangenheit immer gute Erfahrungen mit Acronis True Image machen konnte, dachte ich mir nichts dabei, als ich die aktuelle Version Acronis True Image Home 2009 getestet habe. Damit das nicht noch einer durchmachen muss, schreibe ich hier einen kleinen Testbericht:

Erstellung eines Backups (Images)
Da denkt man nichts Böses und vertraut darauf, dass die bei Acronis schon alles richtig machen und erstellt mal eben eine Sicherung der Laptop-Partitionen → System (ntfs), Linux (ext3), Daten (ntfs), Home (ext3) - hat ja wunderbar geklappt, schnell und einfach durch den Assistenten geklickt und das Backupen an sich ging auch recht flott. Im Explorer lassen sich die fertigen Backups ebenfalls bequem integrieren (Mounten) und auch sonnst sieht alles gut aus. Wie der Schein doch trügen kann…

Wiederherstellung einer Sicherung
Ahja, nun zur bösen, bösen Überraschung (wie ich solche hasse :-?) Da ich ja in der Zwischenzeit etwas mit Arch experimentiert hatte, war mein Ubuntu (Partitionsname: „Linux“, Dateisystem: ext3 - das Dateisystem wird angeblich zu 100% unterstützt… *in Tischkante beiß*) natürlich überschrieben. Später wollte ich wieder zu meinem Ubuntu 8.10 amd64 zurück (ich habe vor, die fertige Version von 9.04 dist-up-zu-graden) und schmeiß unter Windows Vista (welches ebenfalls voll unterstützt wird…) den Restore-Vorgang an. MUHAHORRR! Was sagt da True Image? Das Backup-Archiv ist kaputt! WTF?! Bin ich echt ein so mieser Informationstechniker, dass ich nicht mal eine Datei ungeschrottet lassen kann?? Ha, aber das Beste kommt noch:

Ein seltendämlicher Algorithmus
Was nun genau bei diesem Wiederherstellungsprozess passiert, hat mich natürlich interessiert. Und ich musste fast k*tzen :-X Zuerst hat dieses endgeniale „Programm“ meinen MBR mit der Version aus dem angeblich ja so defektem Backup-Archiv überschrieben. Dann hat es (!!) die wiederherzustellenden Partitionen gelöscht (Linux-Systempartition und Home - warum „Home“?!?! Habe ich gar nicht in Auftrag gegeben, verdammt noch mal!!!) und zu guter Letzt mir mitgeteilt, dass das vollkommen intakte, mountbare Archiv kaputt ist. ARGH, was hab ich geflucht, es gibt hier keinen Smily, der das darstellen könnte ~_~ Tja, ein Blick in die Datenträgerverwaltung und einen Reboot später sitze ich vor einem zerstörten GRUB, einem verschollenen Linux und ein paar Daten weniger… dachte ich zumindest ;-)

Vollgas-Reparatur
Den Mist konnte ich dann (Gott sei Dank) händisch wieder hinbiegen:

  • Mit nem Ubuntu vom USB-Stick gebootet und eine boot-Partition für GRUB erstellt, GRUB anschließend in den MBR installiert
  • Windows per Hand gebootet (rootnoverify (hd0,0) → chainloader +1 → boot - alles ausm Kopf :-D)
  • True Image in die Tonne getreten
  • Geflucht
  • Geprüft, ob NTFS-Partitionen OK sind → waren sie auch :-)
  • Festplatte ausgebaut und mit USB-Adapter an Standrechner angeschlossen
  • TestDisk angeschmissen und nach den Partitionen gesucht. Und gefunden! :-D Heil Open-Source ^_^
  • Partitionen alle wiederhergestellt
  • Diesen Blog-Eintrag hier geschrieben ;-)

Zum Schluss…
Tja, was soll ich da noch sagen… eine Schande, für diesen Sch… äh „Dreck“ 50€ zu verlangen. Die Backups sind übrigens noch immer als defekt markiert - aber Mounten und Kopieren klappt fehlerlos… Ahja, und die tolle „Acronis Rescue CD“ will auf meinem Notebook einfach nicht booten, ist das nicht supergenial?! Aus, Schluss… zurück zu FOSS. See u when I see u ;-)

[UPDATE]
Noch unter Windows nach meiner TestDisk-Wiederherstellung konnte ich mit Explore2fs bequem auf meine home-Daten zugreifen.

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