Arch Linux auf einem Intel Pentium 2

Vorwort

Ich habe aus meinem Hardware-Lager eine ziemlich alte Kiste ausgegraben, da war noch ein Windows 98 drauf (upgegradet, original sogar noch Windows 95 :-D) Mein Vorhaben: da kann man doch bestimmt Linux drauf installieren ;-) Aber siehe erst mal die Daten zur verwendeten Hardware:

Hardware

  • Intel Pentium 2 @ 360MHz
  • SDRAM: 64 MB
  • ATI 3D Rage Pro AGP 1X/2X

Software

  • Arch Linux 2.6.28 i686
  • X.Org X Server 1.5.3
  • Xfce 4 Desktop Environment 4.4.3

Um die grafischen Spielereien und Treiber nachzuladen, habe ich nachträglich eine Netzwerkkarte eingebaut, die auf den Namen Accton Technology Corporation SMC2-1211TX (rev 10) hört (sogar schon für PCI obwohl das Board noch Platz für 3 ISA-Karten hätte :-))

Installation

Grundsystem

Die Installation des Grundsystems ist hier ausführlich und ausreichend beschrieben, deshalb werde ich mich kurz fassen. Das Booten und Installieren ging unglaublich schnell für diesen alten Kübel (ich habe jetzt nicht mitgestoppt ^_^ es bewegte sich aber in einem Rahmen von 10-15 Minuten). Außerdem belegt es nach der Installation nur ca. 550 MB Plattenplatz.

Grafische Benutzeroberfläche

Wie man den X-Server installiert, ist ebenfalls hier detailiert beschrieben, die für mich notwenfigen Schritte werde ich hier notieren.

Zuerst sollten mal die Paketquellen aktualisiert werden (natürlich als root):

pacman -Syu

Anschließend installiert man den XServer mit

pacman -S xorg

Ich benötige für meine Grafikkarte noch folgendes:

pacman -S xf86-video-ati xf86-video-mach64

X.Org konfigurieren

Mit dem mitinstallierten Programm xorgcfg war das Einrichten überhaupt kein Problem, lediglich musste ich manuell etwas an der Tastaturkonfiguration schrauben, da mir X ansonnsten immer abgeschmiert ist. Deswegen empfielt es sich, das Kommando xorgcfg -textmode zu nutzen.

Hier die komplette xorg.conf

Section "ServerLayout"
	Identifier     "Layout0"
	Screen      0  "Screen0" 0 0
	InputDevice    "Keyboard0" "CoreKeyboard"
	InputDevice    "Mouse0" "CorePointer"
EndSection

Section "Module"
	Load  "freetype"
	# Load "xtt"
	Load  "extmod"
	Load  "glx"
	Load  "dri"
	Load  "dbe"
	Load  "record"
	Load  "xtrap"
	Load  "type1"
EndSection

Section "ServerFlags"
	Option	    "AutoAddDevices" "False"
EndSection

Section "InputDevice"
	Identifier  "Mouse0"
	Driver      "mouse"
	Option	    "Protocol" "PS/2"
	Option	    "Device" "/dev/input/mice"
EndSection

Section "InputDevice"
	Identifier  "Keyboard0"
	Driver      "kbd"
	Option	    "XkbModel" "pc101"
	Option	    "XkbLayout" "de"
	Option	    "XkbRules" "xorg"
	Option	    "XkbOptions" "nodeadkeys"
EndSection

Section "Monitor"
	Identifier   "Monitor0"
	HorizSync    31.5 - 57.0
	VertRefresh  50.0 - 70.0
EndSection

Section "Device"
	Identifier  "Card0"
	Driver      "ati"
	Card        "** ATI (generic)                      [ati]"
EndSection

Section "Screen"
	Identifier "Screen0"
	Device     "Card0"
	Monitor    "Monitor0"
	DefaultDepth     24
	SubSection "Display"
		Viewport   0 0
		Depth     24
		Modes    "1024x768" "800x600" "640x480"
	EndSubSection
EndSection

FIXME Ich hätte auch eine serielle Maus dazu, jedoch habe ich diese noch nicht in Gang gebracht, da die COM-Ports scheinbar nicht erkannt/eingerichtet wurden.

Fazit

Tja… das war wirklich verdammt einfach. Das hätte ich nicht erwartet. Arch Linux ist echt flott im Booten und auch die Paketinstallation via pacman (ähnlich zu Debians bekanntem apt) ging reibungslos. Jedoch hätte ich mir etwas höhere Downloadgeschwindigkeiten erhofft, was man vermutlich auch mit anderen Mirrors zusammengebracht hätte (wie gesagt, ich habe es einfach nach Anleitung der Arch-Wiki ohne großartige Gimmicks installiert). Ob mit oder ohne GUI, es ist eine extrem schnelle, leichtgewichtige Distribution, die sich wahrhaftig an das KISS-Prinzip hält. Natürlich sagt dieses kleine Experiment nichts bezüglich Verfügbarkeit von WLAN-Treibern etc. aus, aber mich hat es so weit überzeugt, dass es auf meinen Laptop darf :-)

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