ASUS F3Ka

Vorwort

Dieser Artikel befasst sich mit der Einrichtung des Notebooks ASUS F3Ka.
Mein Modell wurde bereits mit Windows Vista™ Home Premium ausgeliefert (Kaufdatum: September 2007). Nun betreibe ich es seit Ende April 2008 mit der Linux Distribution Ubuntu 7.10 „Gutsy Gibbon“ und habe im Mai 2008 ein Dist-Upgrade auf die Version 8.04 „Hardy Heron“ durchgeführt. Der Sprung vom Kernel der Version 2.6.22 auf die Version 2.6.24 hat sich echt gelohnt: der Cardreader erkennt jetzt alle kompatiblen Typen von Karten, Standby und Ruhezustand funktionieren anstandslos.

Distributionen

Auf diesem Notebook getestete Distributionen:

  • Ubuntu „Gutsy Gibbon“ 7.10
  • Ubuntu „Hardy Heron“ 8.04.1
  • Ubuntu „Intrepid Ibex“ 8.10 amd64
  • Ubuntu „Jaunty Jackalope“ 9.04 amd64

KDE-Installation/Deinstallation

Ich habe jedoch einmal den vollständigen Kubuntu-Desktop nachinstalliert:

sudo apt-get install kubuntu-desktop

Es gab zwar keine Probleme damit, doch KDE ist mir persönlich zu überladen, also habe ich ihn wieder vollständig entfernt:

sudo apt-get remove kubuntu-desktop
sudo apt-get remove kdelibs4c2a kdelibs-data kdebase-data

Treiber

Hier werden die Treiber (inkl. Installationsanleitung) aufgelistet, die entwerder nach der Installation der Distribution gefehlt haben oder schadhaft waren. Es wird auch angegeben, in welchen Versionen diese Angaben Wirkung erziehlen oder nicht.

Grafikkarte

Dieses Notebook verfügt über eine ATI Mobility Radeon HD 2600 und wird vollständig (2D und Hardware-3D) von Ubuntu 7.10 aufwärts unterstützt. Der verwendete Treiber ist fglrx und kann ab 8.10 problemlos mit jockey-gtk installiert werden. Die folgenden Methoden dürften allerdings auch noch funktionieren:

Envy

Das Tool Envy besitzt eine GUI und übernimmt die komplette Installation inklusive Download und Einrichtung des Treibers. Es ist für nVidia und ATI Karten gedacht und kann einfach mit dem Paketmanager nachinstalliert werden:

sudo apt-get install envy

Das Paket envy alleine funktioniert allerdings nur unter den Ubuntu-Versionen von 6.06 bis 7.10
Ab „Hardy Heron“ (8.04) muss zusätzlich noch das Paket envyng-gtk installiert werden:

sudo apt-get install envyng-gtk

WICHTIG: Vor der Installation mit Envy muss ein eventuell bereits vorhandener Treiber deinstalliert werden.

Das Tool bietet zwar eine GUI, jedoch gibt die konsolenbasierte Installation mehr Aufschluss über die Vorgehensweise von Envy. Für die Installation des Grafikkartentreibers unter „Gutsy Gibbon“ 7.10 (oder ältere Versionen) verwendet man folgenden Befehl:

sudo envy -t

Im darauf erscheinenden Menü wählt man Install the ATI driver und die Installation sollte Problemlos bis zur Frage zum Neustart durchlaufen.

Ab „Hardy Heron“ 8.04 funktioniert es ähnlich:

sudo envyng -t


Hinweis: Wenn nach dem Abschluss der Installation (und dem Systemneustart) die Ausgabe des Befehls

fglrxinfo

folgendermaßen aussieht

display: :0.0  screen: 0
OpenGL vendor string: ATI Technologies Inc.
OpenGL renderer string: ATI Mobility Radeon HD 2600
OpenGL version string: 2.1.7412 Release

sollte auch dieses kleine Testprogramm für OpenGL funktionieren:

glxgears

und die Hardware-Unterstützung der Grafikkarte wird problemlos genutzt.

ATI/AMD-Installer

Diese Methode sollte eigentlich genauso problemlos funktionieren, wie mit Envy.
Hierfür lädt man sich zuerst den aktuellsten Treiber für x86 bzw. x64 Systeme herunter und speichert ihn lokal.

Die Installation erfolgt unter laufendem XServer per Dialoge bzw. ohne X auf der Konsole und wird mit diesen Befehlen gestartet:

chmod +x ati-driver-installer-[TAB]
sudo ./ati-driver-installer-[TAB]

Nach erfolgreichem Abschluss des Prozesses müssen dem XServer noch die korrekten Einstellungen für den Betrieb mit dem Treiber fglrx migeteilt werden. Dies übernimmt das mitinstalliertes Programm aticonfig:

sudo aticonfig --initial --input=/etc/X11/xorg.conf

Nun kann das System neu gestartet werden. Sollte danach die Bildschirmauflösung nicht WXGA 1280×800 entsprechen, kann dies mit

sudo aticonfig --resolution=0,1280x800

und einem Neustart des XServers mit [STRG]+[ALT]+[BACKSPACE] korrigiert werden.

Atheros-WLAN

Da die Treiber heruntergeladen und kompiliert werden müssen, sollte man sicherstellen, dass folgende Pakete installiert sind:

sudo apt-get install build-essential
sudo apt-get install linux-restricted-modules-$(uname -r)
sudo apt-get install subversion

Es ist außerdem sicherzustellen, dass die notwendigen Module sich nicht in der Blacklist des modprobed stehen. Dazu öfnet man

gksudo gedit /etc/modprobe.d/blacklist

und löscht die Einträge ath_pci und ath_hal.

i368-System (32-Bit)

Die Installation der Atheros 5007EG WLAN-Karte funktioniert unter Ubuntu 7.10 und 8.04 gleichermaßen. Hierfür wird der Treiber madwifi verwendet.

Zu allererst muss der eingeschränkte Treiber (egal, welche Kernel-Version) deaktiviert werden. Hierfür öffnet man System → Systemverwaltung → Hardware-Treiber und deaktiviert Atheros Hardware Access Layer (HAL) und Support for Atheros 802.11 wireless LAN cards und startet das System neu.

Schließlich kann mit der Installation des Treibers begonnen werden. Zuerst lädt man sich das Archiv des Treiber-Sourcecodes herunter:

wget -c http://snapshots.madwifi.org/special/madwifi-ng-r2756+ar5007.tar.gz

Entpacken des Pakets:

tar xvf madwifi-ng-r2756+ar5007.tar.gz

In das Verzeichnis wechseln:

cd madwifi-ng-r2756+ar5007

Hole (wenn nötig) fehlende Komponenten für das Kompilieren:

sudo apt-get update && sudo aptitude install build-essential

Nun kompiliere und lade die Treiber-Module:

sudo make install
sudo modprobe ath_pci
sudo modprobe wlan_scan_sta

Zum Abschluss sollten die beiden Module ath_pci und wlan_scan_sta noch in die datei /etc/modules eingetragen werden, damit diese automatisch geladen werden.

Nach einem letzten Systemneustart ist der WLAN-Adapter im Netzwerk-Manager vorhanden und kann wie jede andere Netzwerkschnittstelle konfiguriert werden. Ich habe erfolgreich ein Ad-Hoc Netzwerk mit einem anderen Rechner (Windows und Linux) aufbauen können. Auch die Kommunikation mit einem WLAN-Router per WPA2-Personal hat problemlos funktioniert.

amd64-System (64-Bit)

Bei Ubuntu 8.10 in der 64-Bit Version muss man etwas anders vorgehen. Den passenden Treiber holt man sich am besten mit

wget http://snapshots.madwifi-project.org/madwifi-hal-0.10.5.6/madwifi-hal-0.10.5.6-r4068-20090705.tar.gz

Lokaler Mirror: madwifi-hal-0.10.5.6-r4068-20090705.tar.gz (4.22 MiB, 8y ago, 289 downloads)

Nun entpackt man das Archiv:

tar xfvz madwifi-hal-0.10.5.6-r4068-20090705.tar.gz

Hinweis: Vor dem Kompilieren muss man noch im Manager für eingeschränkte Treiber (jockey-gtk) der Eintrag Support for Atheros 802.11 wireless LAN cards deaktiviert und das System neu gestartet werden.

Weiter geht's mit dem Kompilieren des Treibers:

cd madwifi-hal-0.10.5.6-r4068-20090705/
make
sudo make install
sudo depmod -ae
sudo modprobe ath_pci
echo ath_hal | sudo tee -a /etc/modules
echo ath_pci | sudo tee -a /etc/modules

Anschließend kann man die eingeschränkten Treiber wieder aktivieren. Nach einem Neustart des Systems sollte die Karte problemlos funktionieren.

Hinweis: nach einem Kernel-Update kann man die Module hiermit einfach neu einbinden:

cd ~/madwifi-hal-0.10.5.6
make clean
sudo make install

Cardreader

Der integrierte Ricoh Co Kartenleser funktioniert erst ab dem Kernel 2.6.24-16-generic problemlos mit Lese- und Schreibunterstützung für alle vorgesehenen Karten (SD/MMC/MS/MSPro/xD/SC). Diese Version des Kernels ist in Ubuntu erst ab der Version 8.04 schon fix integriert. Unter „Gutsy Gibbon“ 7.10 existiert das Problem, dass MMC-Karten nicht erkannt werden. Zumindest lesend kann mit folgender Methode zugegriffen werden:

Zuerst holt man sich die Adresse des Kartenlesers mit

lspci | grep Ricoh

Die Ausgabe sollte (bei diesem Notebook-Modell!) so aussehen:

08:01.0 FireWire (IEEE 1394): Ricoh Co Ltd R5C832 IEEE 1394 Controller (rev 05)
08:01.1 SD Host controller: Ricoh Co Ltd R5C822 SD/SDIO/MMC/MS/MSPro Host Adapter (rev 22)
08:01.2 System peripheral: Ricoh Co Ltd R5C843 MMC Host Controller (rev 12)
08:01.3 System peripheral: Ricoh Co Ltd R5C592 Memory Stick Bus Host Adapter (rev 12)
08:01.4 System peripheral: Ricoh Co Ltd xD-Picture Card Controller (rev ff)

Wichtig: natürlich kann sich die ausgegebene Adresse auch von dem hier gezeigten Beispiel unterscheiden. Sollte das der Fall sein, tauscht man in den nächten Code-Blöcken einfach 08:01.x gegen die Adresse des eigenen Systems.

Nun entlädt man das Modul sdhci mit

sudo modprobe -rv sdhci mmc_core mmc_block

und weist dem Modul die Adressen zu:

sudo setpci -s 08:01.2 0xCA=0x57
sudo setcpi -s 08:01.1 0xCB=0x02
sudo setpci -s 08:01.1 0xCA=0x00

Schließlich setzt man das Modul wieder aktiv

sudo modprobe -v sdhci mmc_core mmc_block

und der Kartenleser erkennt die MMC-Karte (mit dieser Methode jedoch nur Lesezugriff!).

Sound

Im ASUS F3Ka ist ein Realtek ALC660-VD Soundchip verbaut, welcher unter Ubuntu 7.10 bzw. 8.04 von ALSA auch problemlos erkannt wird, jedoch kommt es bei der Standardinstallation zu Problemen wie vertauschte Stereo-Kanäle oder auch, dass beim Anschließen von Kopfhörern die Lautsprecher nicht verstummen. Diese Probleme lassen sich jedoch recht komfortabel mit den folgenden Anleitungen lösen.

ALSA-Treiber anpassen

Diese Methode sollte vor allem unter Ubuntu 8.04 problemlos zum Erfolg führen.
Zuerst stellt man sicher, dass das Paket alsa-base installiert ist:

sudo apt-get install alsa-base

Anschließend erweitert man die Datei /etc/modprobe.d/alsa-base um die Zeile options snd-hda-intel model=lenovo probe_mask=1 (unbedingt als superuser root!):

sudo -i
echo "options snd-hda-intel model=lenovo probe_mask=1" >>/etc/modprobe.d/alsa-base && exit

Zuletzt nur noch den ALSA-Mixer und das HDA-Modul neu laden

sudo /etc/init.d/alsasound restart
sudo modprobe snd-hda-intel

Hinweis: bei Problemen mit dem Laden des Moduls einfach das System neu starten!
Update: unter 9.10 heißt das Startscript alsa-utils.

Nun kann das Soundsystem konfiguriert werden, indem man auf das Lautsprechersymbol im oberen Gnome-Panel doppelklickt und unter Bearbeiten → Einstellungen die Kanäle Master, Headphone, PCM und Front dazuschaltet. Den Regler Front dreht man auf 100% und schaltet ihn stumm. In dem Reiter Schalter aktiviert man Headphone und blendet schließlich (bei Bedarf) den Regler Front wieder aus. Nun öffnet man die Audio-Einstellungen unter System → Einstellungen → Audio und wählt in Vorgegebene Mixerspur das Gerät HDA ATI SB (Alsa mixer) und die Spur Master. Jetzt kann die Lautstärke mit den dafür vorgesehenen Fn-Tasten geregelt werden und die Lautsprecher verstummen beim Anschließen eines Kopfhörers.

Quellen

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